Ginger Rogers Top-Hut: Film, Szene und historischer Kontext

Ginger Rogers trug einen Topfhut im RKO-Musicalfilm von 1936 „Follow the Fleet“, speziell während der Tanznummer „We Saw the Sea“ mit Fred Astaire. Dieser ikonische Moment zeigt Rogers in einem nautisch inspirierten Kostüm, komplett mit einem matrosenartigen Topfhut, und forderte die Geschlechternormen der damaligen Zeit durch anspruchsvolle Choreografie heraus.

Gingers Auftritt mit dem Topfhut bleibt einer der denkwürdigsten Kostümmomente Hollywoods und unterstreicht ihre Vielseitigkeit jenseits traditioneller weiblicher Rollen. Der Film von 1936 „Follow the Fleet“ enthielt diese bahnbrechende Szene, in der Rogers ein verändertes Matrosenkostüm mit auffälligem Topfhut trug – eine visuelle Aussage, die in der Tanzgeschichte nachhallte.

Die Tanzszene „We Saw the Sea“

In „Follow the Fleet“ performten Rogers und Astaire die Nummer „We Saw the Sea“ auf dem Deck eines Schiffes, wobei Rogers ein speziell angefertigtes Matrosenkostüm trug, das auch einen Mini-Topfhut beinhaltete. Der Kostümbildner Bernard Newman entwarf dieses einzigartige Ensemble und vermischte maskuline und feminine Elemente auf eine Weise, die für Hollywood in den 1930er Jahren revolutionär war. Der Topfhut diente dabei nicht nur als Dekoration – er wurde integraler Bestandteil der Choreografie, da Rogers ihn in komplexe Tanzschritte integrierte, die ihre außergewöhnliche Könnens demonstrierten.

Diese Aufführung fand zu einem entscheidenden Zeitpunkt in Rogers' Karriere statt, unmittelbar nach ihrer erfolgreichen Zusammenarbeit mit Astaire in „Top Hat“ (1935) – einem Film, in dem sie tatsächlich keinen Topfhut trug, trotz des Filmtitels. Die Verwechslung zwischen „Top Hat“ und „Follow the Fleet“ zählt zu den häufigsten Missverständnissen der klassischen Filmgeschichte.

Bedeutung des Kostümdesigns

Das Kostüm mit dem Topfhut stand für mehr als nur optische Wirkung – es symbolisierte Rogers’ Fähigkeit, traditionell männliche Tanzelemente zu meistern, ohne ihre charakteristische Eleganz zu verlieren. Filmhistoriker bemerken, dass diese Kostümwahl gezielt mit den geschlechtlichen Erwartungen der Zeit spielte:

Kostümelement Traditionelle Geschlechtszuordnung Rogers’ Interpretation
Matrosenkragen Maskulin Abgemildert durch feminine Schnittführung
Mini-Topfhut Streng maskulin In anmutige Tanzbewegungen eingebunden
Maßgeschneiderte Hose Maskulin Mit femininer Bluse kombiniert

Diese bewusste Vermischung geschlechtsspezifischer Kostümelemente ermöglichte es Rogers, ihre technische Tanzkompetenz zu zeigen, ohne ihren Publikumsreiz einzubüßen – ein Balanceakt, der ihre Partnerschaft mit Astaire prägte.

Kulturelle Wirkung und Erbe

Die Topfhut-Szene in „Follow the Fleet“ beeinflusste nachfolgende Generationen von Performern, indem sie zeigte, dass weibliche Tänzerinnen Aufmerksamkeit durch technisch anspruchsvolle Choreografien erlangen konnten, die traditionell Männern vorbehalten waren. Rogers’ Fähigkeit, komplexe Stepptanz-Sequenzen auszuführen und dabei eine perfekte Haltung zu bewahren – selbst mit dem Topfhut auf ihrem Kopf – setzte neue Maßstäbe für weibliche Tänzerinnen in Hollywood.

Filmerhaltungsexperten bemerken, dass diese Szene in hervorragendem Zustand erhalten blieb und in mehreren Archivkopien über die Library of Congress und das UCLA Filmarchiv verfügbar ist. Das Kostüm selbst, wenn auch nicht so berühmt wie einige andere Outfits von Rogers, war bereits in mehreren bedeutenden Ausstellungen zum Hollywood-Kostüm zu sehen, darunter die Ausstellung „Dancing Through Time“ 2019 im Academy Museum.

Häufige Missverständnisse geklärt

Viele gehen fälschlicherweise davon aus, dass Ginger Rogers im Film „Top Hat“ (1935) einen Topfhut trug, was jedoch nicht stimmt – der Filmtitel bezieht sich auf Astaires Figur, und Rogers’ Kostüme in diesem Film waren überwiegend feminine Abendgarderoben. Die Verwechslung rührt wahrscheinlich daher, dass beide Filme zeitlich nahe beieinander liegen und Topfhüte in Astaires Solonummern prominent vorkommen.

Eine weitere häufige Fehleinschätzung betrifft die Nummer „Cheek to Cheek“ aus „Top Hat“ – während Rogers dort ein fließendes Kleid trägt, kam in diesem berühmten Auftritt kein Topfhut in ihrem Kostüm vor. Der echte Auftritt mit Topfhut gehört ausschließlich zur Darbietung in „Follow the Fleet“.

Wo man die Szene heute sehen kann

Interessierte können die komplette Szene „We Saw the Sea“ über mehrere legale Quellen ansehen:

  • Blu-ray-Veröffentlichung von The Criterion Collection „Follow the Fleet“ (2021)
  • Ausstrahlungen auf Turner Classic Movies (Programmplan prüfen)
  • Sammlung öffentlich zugänglicher Filme im Internet Archive (Teilausschnitte verfügbar)
  • Forschungsansichtseinrichtungen des Academy Film Archive (nach Terminvereinbarung)

Bei der Suche nach authentischem Material sollte man gezielt nach der Szene „We Saw the Sea“ mit dem Schiffsdeck und den nautischen Kostümen Ausschau halten. Vorsicht ist geboten bei falsch betitelten Clips auf Video-Plattformen, die Topfhut-Szenen irrtümlich anderen Rogers-Astaire-Filmen zuschreiben.

Häufig gestellte Fragen

Trug Ginger Rogers im Film „Top Hat“ einen Topfhut?

Nein, Ginger Rogers trug im Film „Top Hat“ (1935) keinen Topfhut. Trotz des Filmtitels bestanden ihre Kostüme ausschließlich aus femininer Abendgarderobe. Der Auftritt mit Topfhut erfolgte erst im folgenden Jahr im Film „Follow the Fleet“ (1936) während der Tanznummer „We Saw the Sea“.

Welche Bedeutung hatte es, dass Ginger Rogers in „Follow the Fleet“ einen Topfhut trug?

Das Kostüm mit dem Topfhut symbolisierte eine gezielte Vermischung maskuliner und femininer Elemente, die es Rogers ermöglichte, technische Tanzfähigkeiten zu zeigen, die normalerweise männlichen Tänzern zugeschrieben wurden. Damit brach sie die Geschlechterrollen der 1930er Jahre auf, indem sie zeigte, dass weibliche Tänzerinnen anspruchsvolle Choreografien beherrschen konnten, ohne Eleganz und Grazie zu verlieren.

Wer entwarf das Topfhut-Kostüm von Ginger Rogers für „Follow the Fleet“?

Bernard Newman entwarf das Kostüm für „Follow the Fleet“. Als Chefkostümbildner von RKO zu dieser Zeit schuf er das modifizierte Matrosenkostüm mit Mini-Topfhut speziell für die Tanznummer „We Saw the Sea“ und verband traditionelle, maskuline Marinenelemente mit femininer Schnittkunst.

Warum verwechseln Menschen oft „Top Hat“ mit Ginger Rogers im Topfhut?

Die Verwechslung rührt daher, dass beide Filme zeitlich nah beieinander liegen (1935–1936) und Topfhüte in Fred Astaires Solonummern in „Top Hat“ sehr prominent sind. Da Astaire häufig Topfhüte trug, nehmen viele fälschlicherweise an, dass Rogers dies ebenfalls tat. Zudem verweisen die Titel „Top Hat“ und „Follow the Fleet“ beide auf nautische Themen, was zur Verwirrung beiträgt.

Wo kann man die authentische Tanzszene mit dem Topfhut heute sehen?

Die komplette Szene „We Saw the Sea“ ist in der Blu-ray-Veröffentlichung von The Criterion Collection „Follow the Fleet“ (2021) enthalten. Gelegentlich wird sie auch auf Turner Classic Movies ausgestrahlt und teilweise über die öffentlich zugängliche Sammlung des Internet Archive verfügbar sein. Achten Sie darauf, falsch betitelte Videos zu meiden, die Topfhut-Szenen irrtümlich anderen Rogers-Astaire-Filmen zuschreiben.

Emma Rodriguez

Emma Rodriguez

Eine Food-Fotografin, die Gewürzmärkte und Anbaupraktiken in über 25 Ländern dokumentiert hat. Emmas Fotografien fangen nicht nur die visuelle Schönheit von Gewürzen ein, sondern auch die kulturellen Geschichten und menschlichen Verbindungen dahinter. Ihr Werk konzentriert sich auf die sensorische Erfahrung von Gewürzen – sie dokumentiert lebendige Farben, einzigartige Texturen und charakteristische Formen, die die Welt der Gewürze so optisch faszinierend machen. Besonders talentiert ist sie darin, die Stimmungsqualität von Gewürzmärkten festzuhalten – vom goldenen Licht, das durch hängende Bündel in marokkanischen Souks scheint, bis hin zum lebhaften Chaos indischer Gewürzauktionen. Ihre Fotografien helfen dabei, visuelle Aufzeichnungen traditioneller Ernte- und Verarbeitungsmethoden zu bewahren, die rasch verschwinden. Emma spezialisiert sich darauf, Food-Enthusiasten beizubringen, wie man die visuellen Qualitäten von Gewürzen besser schätzt und gewürzbasierte Gerichte ästhetisch ansprechend präsentiert.