Das Verständnis des Unterschieds zwischen Koriander und Koriandergrün beseitigt Verwirrung bei Rezepten und beim Einkaufen. Dieses häufige kulinarische Missverständnis rührt von regionalen Sprachunterschieden her, nicht von botanischen Unterschieden. Werfen wir einen Blick auf dieses Namensphänomen, das Hobbyköche und Profiköche weltweit betrifft.
Die botanische Realität: Eine Pflanze, zwei Namen
Coriandrum sativum, eine einjährige Pflanze aus der Familie der Doldenblütler, produziert sowohl die frischen grünen Blätter, die in Nordamerika als Koriandergrün bekannt sind, als auch die getrockneten Samen, die weltweit als Koriandersamen bezeichnet werden. Die gesamte Pflanze ist technisch gesehen Koriander, aber regionale Namenskonventionen haben dieses anhaltende Missverständnis geschaffen.
Die frischen Blätter und Stängel heißen in den Vereinigten Staaten, Kanada und lateinamerikanischen Ländern „Cilantro“, während dieselben Teile in den meisten anderen englischsprachigen Regionen (UK, Australien, Indien, Südafrika) „Koriander“ oder „frischer Koriander“ genannt werden. Die getrockneten Samen hingegen werden weltweit durchgängig als „Koriandersamen“ bezeichnet, obwohl einige amerikanische Rezepte einfach „Koriander“ schreiben, wenn sie das gemahlene Gewürz meinen.
Regionale Namensübersicht
| Region | Begriff für frische Blätter/Stängel | Begriff für getrocknete Samen |
|---|---|---|
| Vereinigte Staaten & Kanada | Koriandergrün | Koriander (oder Koriandersamen) |
| Vereinigtes Königreich & Irland | Koriander (frischer Koriander) | Koriandersamen |
| Australien & Neuseeland | Koriander | Koriandersamen |
| Indien & Süd-Asien | Dhaniya (frisch) | Dhaniya (Samen) |
| Mexiko & Lateinamerika | Koriandergrün | Comino (oft verwechselt mit Kreuzkümmel) |
Warum es diese Namensverwirrung gibt
Die sprachliche Trennung geht auf spanischen Einfluss zurück. „Koriandergrün“ leitet sich vom spanischen Wort für die Pflanze ab, das selbst vom griechischen „koris“ (Bug) abstammt, vermutlich wegen des charakteristischen Geruchs der Pflanze. Als spanische Entdecker die Pflanze nach Amerika brachten, verwendeten sie „Koriandergrün“ für die frischen Blätter.
Im britischen Englisch blieb der ursprünglich lateinisch geprägte Begriff „Koriander“ für beide Pflanzenteile erhalten – eine Konvention, die von den meisten ehemaligen britischen Kolonien übernommen wurde. Deshalb verwenden amerikanische Rezepte oft „Koriandergrün“, während britische Rezepte „frischen Koriander“ angeben – gemeint ist jedoch dasselbe Zutat.
Praktische Auswirkungen beim Kochen
Wenn internationale Rezepte verwendet werden, verhindert das Verständnis dieser Namensunterschiede Fehler bei der Auswahl der Zutaten. Wenn ein britisches Rezept „Koriander“ in einer frischen Salsa verlangt, ist damit der grüne Blattanteil gemeint (das, was Amerikaner Koriandergrün nennen). Enthält ein amerikanisches Rezept „Koriander“ als Gewürz, ist damit das gemahlene Samenpulver gemeint.
Köchin Maria Rodriguez, die internationale Kochkurse unterrichtet, bemerkt: „Der größte Fehler, den ich sehe, ist, wenn amerikanische Köche getrocknete Koriandersamen statt frischem Koriandergrün in Guacamole verwenden oder umgekehrt. Sie haben völlig unterschiedliche Geschmacksprofile und Verwendungszwecke.“
Vergleich der Geschmacksprofile
Auch wenn sie von derselben Pflanze stammen, unterscheiden sich die Blätter und Samen stark im Geschmack:
- Koriandergrün (frische Blätter): Frisch, zitrusartig, leicht pfeffrig mit einem markanten Aroma, das manche als seifig empfinden (aufgrund einer genetischen Empfindlichkeit)
- Koriandersamen: Warm, nussig, zitronig mit subtilen blumigen Noten; wird komplexer, wenn geröstet
Diese Geschmacksunterschiede erklären, warum man sie nicht gegenseitig ersetzen kann – sie erfüllen völlig unterschiedliche kulinarische Funktionen. Die frischen Blätter dienen als Garnitur oder Hauptbestandteil in Salsas und Chutneys, während die Samen als Gewürz in Currys, Backwaren und zur Beizen verwendet werden.
Globale kulinarische Nutzungsmuster
Das Verständnis des Unterschieds zwischen Koriander und Koriandergrün ist entscheidend beim Erkunden internationaler Küchen:
- Die mexikanische Küche verwendet konsequent „Koriandergrün“ als frisches Kraut in Salsas, Guacamole und als Garnitur
- Indische Rezepte bezeichnen sowohl die frische als auch die getrocknete Form als „Dhaniya“, unterscheiden aber kontextuell die Verwendung
- Mittlere-Osten-Gerichte verlangen oft „Koriander“, wenn das frische Kraut in Salaten und Dips gemeint ist
- Britische Kochbücher verwenden „Koriander“ für beide Formen und verlassen sich auf den Kontext, um anzudeuten, welcher Teil benötigt wird
Häufige Missverständnisse geklärt
Mehrere Mythen zu Koriander und Koriandergrün halten sich hartnäckig:
- Mythos: Es handelt sich um verschiedene Pflanzen
Fakt: Dieselbe botanische Art (Coriandrum sativum) - Mythos: Koriandergrün schmeckt intensiver als Koriander
Fakt: Sie haben völlig unterschiedliche Geschmacksprofile – man kann ihre Intensität nicht vergleichen, da sie anders verwendet werden - Mythos: Man kann gemahlenen Koriander durch frisches Koriandergrün ersetzen
Fakt: Sie sind nicht austauschbar; stattdessen Petersilie als Ersatz für Koriandergrün verwenden
Einkaufstipps für verwirrte Köche
Beim Einkauf im Supermarkt gilt:
- In amerikanischen Supermärkten sucht man im Kräuterregal nach „Koriandergrün“ und im Gewürzgang nach „Koriander“
- Internationale Märkte beschriften das frische Kraut oft unabhängig vom Standort als „Koriander“
- Bei Online-Bestellungen von Samen sollte man nach „Koriandersamen“ suchen, um Verwirrung zu vermeiden
- Bei Bauernmärkten wird je nach Hintergrund des Verkäufers entweder Begriff verwendet
Historischer Hintergrund der Namensspaltung
Die Namensunterscheidung verschärfte sich im 20. Jahrhundert, als sich das amerikanische Englisch im kulinarischen Bereich vom britischen Englisch entfernte. Lebensmittelhistoriker führen die amerikanische Übernahme von „Koriandergrün“ auf die verstärkte Immigration aus Mexiko und die Beliebtheit der mexikanischen Küche in den USA Mitte des 20. Jahrhunderts zurück.
Gleichzeitig bewahrten die britischen kulinarischen Traditionen den ursprünglichen Begriff „Koriander“ für alle Teile der Pflanze – eine Konvention, die sich im Commonwealth verbreitete. Diese historische Entwicklung führte zu der gegenwärtigen Namensverwirrung, die Hobbyköche bis heute beim Studium internationaler Rezepte verwirrt.
Empfehlungen professioneller Köche
Spitzeköche betonen, dass dieses Wissen für authentisches Kochen wichtig ist:
„Wenn ich Rezepte für internationale Publikationen entwickle, gebe ich immer ‚frischen Koriander (Koriandergrün)‘ oder ‚Koriandersamen‘ an, um Verwirrung zu vermeiden. Das Letzte, was ich will, ist, dass jemand gemahlenen Koriander in seine Guacamole statt die frischen Blätter tut!“ — Chefkoch Michael Chen, Kochlehrer
Professionelle Küchen verwenden oft standardisierte Begriffe unabhängig vom Standort, um Zubereitungsfehler zu vermeiden. Viele moderne Kochbücher geben heutzutage beide Begriffe in Klammern an, sobald die Zutat zum ersten Mal erwähnt wird.
Schlussfolgerung: Die Namensunterschiede akzeptieren
Der Unterschied zwischen Koriander und Koriandergrün ist ein faszinierendes Beispiel linguistischer Abspaltung, nicht botanischer Unterschiede. Indem man diese regionale Namensvariation versteht, können Köche sicher internationale Rezepte und Einkaufssituationen meistern. Ob man es nun Koriander oder Koriandergrün nennt – die Erkenntnis, dass es sich um Teile derselben vielseitigen Pflanze handelt – Coriandrum sativum –, beseitigt unnötige Verwirrung in der Küche.








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